Claire Teil 1

Das Hausmädchen

Es war stockdunkel. Die Sonne würde erst in ein oder zwei Stunden aufgehen und auch wenn das Personal früh aufzustehen pflegte, zu dieser Zeit schliefen noch alle.
Claire schlich sich langsam an den Dienstboteneingang des Herrenhauses heran und tastete mit ihren Fingern an den Rändern der steinernen Stufen entlang, wo sie einige Stunden zu vor den Schlüssel zur Tür versteckt hatte. Sie musste sich beeilen, die Mamsell und der Butler seiner Lordschaft pflegten früh aufzustehen. Claires Herz begann schneller zu schlagen. Sie fand den Schlüssel nicht. Hektisch glitten ihre Finger über die Stufen, doch der Schlüssel war weg. Doch wie konnte das sein? Hatte sie ihn etwa mitgenommen? Sie suchte in ihrer Kleidung danach, doch nichts. Oder hatte sie etwa vergessen, abzuschließen, als sie sich davon geschlichen hatte? Steckte der Schlüssel wohl möglich noch von innen im Schloss?
Vorsichtig stieg sie die Stufen hinab, bedacht darauf, nicht zu stolpern oder gar Lärm zu machen.
Sie drückte die Messingklinke der Tür ganz langsam hinunter und tatsächlich: Die Tür öffnete sich. Ein Stein fiel Claire vom Herzen, sie musste den Schlüssel von innen auf der Tür stecken gelassen haben. Sie öffnete die Tür gerade so weit, dass sie sich durch den schmalen Spalt zwängen konnte und huschte hindurch. Dann schloss sie die Tür wieder hinter sich. Es war stockdunkel. Vorsichtig tastete sie sich am Türblatte entlang und suchte am Schlüsselloch nach dem eisernen Schlüssel. Doch auch hier konnte sie ihn nicht finden. Ihr Herz begann wieder zu schlagen. Hatte jemand den Schlüssel entdeckt? Oder gar an sich genommen? Aber warum hatte derjenige die Tür nicht verschlossen?
Claire überlegte. Sie hatte den Schlüssel vom Schlüsselbrett in der Küche genommen. Wenn sie sich jetzt in ihr Zimmer zurück schlich, würde man vermutlich morgen danach suchen, aber niemand würde darauf kommen, dass sie ihn genommen hätte. Der Butler würde die Schuld vermutlich bei einem der jungen Burschen vermuten, vielleicht beim Schuhputzjungen oder der Küchenhilfe. Die beiden hatten schon oft die Reitpeitsche der Mamsell oder den Stock des Butlers zu spüren bekommen, selbst dann, wenn ihnen nichts nachzuweisen gewesen war.
Auf leisen Sohlen schlich Claire den Gang entlang zur hölzernen Treppe, die direkt nach oben in die Dachkammern führte, wo die weiblichen Angestellten ihre kleinen Zimmer bewohnten. Claire hatte eine eigene kleine Kammer bekommen, die meisten Dienstmädchen mussten sich eine Stube teilen.
Als sie die Stufen hinaufstieg, knarrten sie unter ihren kleinen Füßen. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Hoffentlich hörte sie niemand.
Plötzlich hörte sie ein lautes Zischen und etwas blitzte direkt vor ihren Augen auf. Es war ein Streichholz, dass sich entzündete und nun eine Kerze entflammte, die Richard, der Butler in den Händen hielt.
„Darf ich fragen, warum wir im Haus herumschleichen?“, hörte Claire seine Stimme, während die Kerze näher kam und ihr ins Gesicht leuchtete.
Claire war starr vor Schreck.
„Dachte ich es mir doch, dass eines unser kleinen Vögelchen einen kleinen Ausflug unternommen hat. Der Schlüssel steckte im Schloss, obwohl ich vor der Nachtruhe meine Runde gemacht habe.“
„Ich, ähhhh.“
„Schweig!“, murrte der Butler. „Du weckst noch das ganze Haus auf.“
Claire schwieg.
„Geh auf deine Kammer. In zwei Stunden ist der Morgenapell, dort werden wir vor versammelter Mannschaft über dein Verhalten sprechen.“
„Aber ich wollte doch nur…“, brach es aus Claire heraus.
„Ruhe. Auf deine Kammer. Ich muss das Haus verschließen, bevor noch Gesindel hereinkommt und uns die Vorräte stiehlt. Du hast genug angerichtet für heute nacht, ich habe mir deinetwegen die Nacht um die Ohren hauen müssen, um zu sehen, wer den Schlüssel vom Brett gestohlen hat.“
„Ich habe ihn nicht gestohlen.“
Der Blick des Butlers verfinsterte sich und er ging einen Schritt auf Claire zu.
„Auf. Dein. Zimmer.“, sagte er mit tiefer, langsamer Stimme.
Claire blieb fast das Herz stehen. Schnell huschte sie an Richard vorbei und beeilte sich, auf ihr Zimmer zu kommen.
Mit bangem Herzen dachte sie daran, was sie am Morgen erwarten würde. Hoffentlich würde er nicht der Mamsell davon erzählen oder es gar seiner Lordschaft mitteilen.
Claire legte sich aufs Bett und schloss die Augen. Doch schlafen konnte sie nicht mehr.

Zum zweiten Teil dieser Spanking-Geschichte.

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